Partielle Prothese
Partielle Prothese ist der Ersatz für die fehlenden Zähne eines reduzierten Restgebisses. Es ist in der Regel ein herausnehmbarer Zahnersatz, der an den Restzähnen befestigt wird. Sie besteht aus drei konstruktiven Abschnitten, denen unterschiedliche funktionelle Aufgaben zugeordnet sind: die Prothesensättel mit den Ersatzzähnen; das Prothesengerüst oder großer Verbinder (1) zwischen den Prothesensätteln (2) und die Verankerungs- und Stützelemente (3). Sie übernehmen biomechanische Funktion durch die Rekonstruktion der Kaufunktion, therapeutische Funktion durch das Abstoppen der Restgebisszerstörung und Rekonstruktion der Ästhetik sowie prophylaktische Funktion durch die Vermeidung des weiteren Gebissverfalls.
Palatinal
Palatinal (lat.; Palatum der Gaumen); gaumenwärts, dem Gaumen zu gelegen; zum Gaumen gehörend, den Gaumen betreffend.
Parodontitis
Parodontitis (gr.); bezeichnet eine Entzündung des Zahnhalteapparates (Parodontium), die vorwiegend im Bereich der Wurzelspitze oder im Bereich des marginalen Paradontium entsteht. Die Therapie der P. kann in einer Wurzelbehandlung, einer Zahnextraktion oder auch einer Wurzelspitzenresektion bestehen.
Präparation
Als Präparation (lat.; praeparare = vorbereiten; Präparationstechnik); bezeichnet
man in der Zahnmedizin das Vorbereiten eines Zahnes für konservierende oder prothetische Maßnahmen, das sind die Kavitätenpräp. für die Füllungstherapie und Zahnpräp. für die Kronentherapie. Bei der P. für die Aufnahme künstlicher Vollkronen wird soviel Zahnsubstanz abgetragen, dass der weiteste Umfang des Zahnstumpfes gleichzeitig die Präparationsgrenze bildet und in der Tiefe des Sulcus gingivae liegt. Es liegt ein Präparationswinkel vor zwischen 3 bis 8o für einen leicht konischen Stumpf mit glatten Präparationsflächen ohne untersichgehende Stellen, wobei ein hinreichender Interokklusalspalt entsteht. Wird durch die Präparation die Dentinschicht zur Pulpa zu dünn, kann es zu einer Schädigung des Zahnmarkes kommen. Je dichter die Dentinwunde (Schlifffläche) an die Pulpa geführt wird, um so mehr Dentinkanälchen werden zerschnitten. Die Gefährdung kann auch durch Überhitzung der Pulpa auftreten. Bei einem konischen Stumpf fallen Zahnäquator, Präparationsgrenze und Wurzelquerschnitt im Sulcus gingivae zusammen; es ist eine störungsfreie, formgetreue Abformung möglich, es entsteht hinreichende Haft- und Klemmwirkung und beim Einzementieren kann der Zement leicht nach zervikal abfließen.
Progenie
Progenie: (gr.; geneion = Kinn); bezeichnete früher in der kieferorthopädischen Befunderhebung die sagittale Lageabweichung der oberen zu den unteren Frontzähnen mit folgender Ausformung: Vorstehen des Kinns durch Überentwicklung des Unterkiefers oder Unterentwicklung des Oberkiefers, wodurch die UK-Frontzähne weit vorstehen mit einem umgekehrten Überbiss. Diese Bissart ist kaufunktionell ungünstig, weil der Unterkiefer zum Abbeißen nicht zurückgenommen werden kann. Die sagittale Lageabweichung der Frontzähne kann sich zeigen:
Kippstand der oberen Frontzähne nach palatinal, Kippstand der unteren Frontzähne nach labial, Verlängerung des unteren Alveolarbogens zur Spitzfront, Verkürzung des oberen Alveolarbogens zur Flachfront, die Unterentwicklung des Oberkiefers und die sagittale Überentwicklung des Unterkiefers mit dem betonten, manchmal vorspringenden, „brutalen“ Kinn. Der Ausprägungsgrad einer P. reicht von einer Kopfbissposition* der Front bis zur völligen Verdeckung der oberen durch die unteren Frontzähne, womit
Kreuzbisssituationen verbunden sind. Die Zahnreihen können sich schon bei den Eckzähnen kreuzen oder erst bei den seitlichen Schneidezähnen.
Prothesenbasis
Prothesenbasis bezeichnet bei einer (partiellen) Prothese den Konstruktionsanteil mit dem unmittelbaren Schleimhautkontakt. Sie ist nach den Prinzipien der Extensionsmöglichkeiten zu gestalten, wobei die angrenzenden beweglichen Schleimhautbereiche die Ausdehnung reduzieren. Die hohe Passgenauigkeit und extendierte Basisgestalt kann Kaudrücke übertragen und Relativbewegungen des Sattels zum Gewebsgrund unterdrücken. Die P. ist im gesamten Basisbereich, in dem Gewebsschwund auftreten kann, uneingeschränkt unterfütterbar.
Provisorium
Provisorium: (lat.); die Übergangslösung, das was provisorisch (vorläufig) ist; bezeichnet in der Zahnheilkunde einen nur vorübergehend zu tragenden Zahnersatz, z.B. als Wundverschluss und Lückenschluss nach Zahnextraktion oder provisorische Versorgung von beschliffenen Zahnstümpfen bis zur Versorgung mit definitivem Zahnersatz; man unterscheidet Immediatprothesen und Interimsprothesen.
Pulpa
Pulpa: (lat.; das Fleischige); l. ist das fleischige Gewebe, das bei manchen Früchten zwischen den Samen ausgebildet ist; 2. ist das Zahnmark, Pulpa dentis, sie füllt die Pulpahöhle und die Wurzelkanäle des Dentins vollständig aus. Sie entspricht in ihrer Form der Verkleinerung des Dentinkörpers und besteht aus lockerem Bindegewebe, das mit Fibrillen, Gefäßen und Nerven durchsetzt und nach außen von der Odontoblastenschicht umgeben ist. Neben Fibroblasten kommen freibewegliche Zellen vor: Lymphozyten, Monozyten und Histozyten als Abwehrzellen des normalen Bindegewebes. Die P. ist sehr stark mit Blutgefäßen durchzogen, die durch die Wurzellöcher ein- und austreten und ein dichtes Gefäßnetz bilden. Nervenfasern ziehen fast ohne Verzweigungen in die Kronenpulpa, wo sie sich sehr stark auffächern; freie Nervenenden erreichen die Odontoblastenfortsätze und dringen bis in die Dentinkanälchen vor.
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