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Kalotte

Kalotte: (frz.; Kugelkappe, flache Kuppel; Calotte, Kalva, Calva); bezeichnet in der Anthropologie das knöcherne Schädeldach (ohne Schädelbasis); in der Zahntechnik wird die Aufstellhilfe für Totalersatz in Mittelwertartikulatoren als K. bezeichnet, wobei sie je nach Artikulatorfabrikat einem Kugelradius von 100 bis 160 mm entspricht.

Klammern

Klammern sind die billigsten und häufigst verwendeten Verankerungs- und Stützelemente. Zu unterscheiden ist zwischen gebogenen und gegossenen Klammern. Die Verankerungsfunktion erfolgt, indem sich die unterhalb der weitesten Wölbung des anatomisch geformten Zahnes liegenden Klammerunterarme beim Einsetzen und Abziehen der Klammer auseinanderbiegen, elastisch verformen und dabei Federkräfte entwickeln. Der Verlauf der Klammerarme und die Lage der Klammerspitze werden so konstruiert, dass die Klammer sich beim Einsetzen und Herausnehmen nicht bleibend verformt und nur definierte Klammerkräfte (max. 10 N) aufbringt. Die Abstützungsfunktion wird durch okklusal angebrachte Auflagen erreicht. Man unterscheidet folgende Klammerelemente: Klammerkörper, Klammerschulter, Klammeroberarm, Klammerunterarm, Klammerauflage und Klammerfuß. Nach dem Material und der Herstellung unterscheidet man gebogene Drahtklammern aus Klammerdraht oder Halbfertigteilen (Klammerkreuze) und gegossene Klammern im Modellgussverfahren (siehe Gussklammern). Nach der Form unterscheidet man einarmige Klammern und Doppelarmklammern jeweils mit und ohne Auflage. Die geforderten Funktionen einer Klammer sind: parodontale Abstützung sichern, definierte Haltekräfte aufbringen, in der Ruhelage drucklos anliegen, horizontale Lagesicherung und körperhafte Fassung des Zahnes. Diese Funktionen lassen sich nur mit einer Doppelarmklammer mit Auflage erfüllen, wobei beide Klammerarme im Retentionsbereich des Zahns liegen müssen.

Kopfbiss

Kopfbiss: (Zangenbiss; Kantenbiss, Labidodontie); bezeichnet in der Zahnmedizin eine pathologische Abweichung von der eugnathen Zahnstellung, bei der die Frontzähne exakt auf den Inzisalkanten okkludieren. Folge ist eine starke Abrasion der Schneidekanten; es ist keine Schneidwirkung möglich, die Speise wird abgekniffen.

Kreuzbiss

Kreuzbisse sind Bisslagenfehler in transversaler Richtung und bezeichnen eine Bisslagenstörung im Seitenzahnbereich, wenn die unteren Seitenzähne nach vestibulär gewandert sind und sich die Höcker nicht in ihren normalen Fissurenbeziehungen befinden. Diese Kreuzung der Seitenzahnokklusion kann beidseitig und auch nur einseitig auftreten. Die K. sind meist gebunden an Ursachen der sie begleitenden Dysgnathien. Angeborene Schmalkiefer können natürliche Kreuzbisssituationen ebenso hervorbringen wie erblich bedingte Fehlstellungen von Zahngruppen. Krankhafte Asymmetrien des Kopfes und der Kiefergelenke kommen ebenfalls als Ursache für den Kreuzbiss in Betracht. Symmetrische Störungen entstehen bei einer Überentwicklung des Unterkiefers in transversaler Richtung. Asymmetrische Deformierungen der Kiefer führen zu einseitigen Kreuzbissen. Die Kreuzung kann beim einseitigen K. im Frontzahnbereich liegen.

Kunststoffmantelkrone

Kunststoffmantelkronen (Mantelkronen, Kunststoffkronen); sind künstliche Kronen aus zahnfarbenem Kunststoff für die oberen Frontzähne. Sie sind elastisch und weniger abrasionsfest, was aus therapeutischen Gründen (bei gefährdetem Parodontium) günstig ist, denn die Kunststoffkrone übernimmt Pufferfunktion bei harten Kauschlägen. Eine Kunststoffkrone ist preiswerter als eine Keramikkrone. Als provisorischer Ersatz sind Kunststoffkronen hervorragend geeignet. Bei Kunststoffkronen ist die Verformungsgefahr durch Kaubelastungen oder nach Aufquellung durch Wasseraufnahme besonders groß; außerdem können sich Kunststoffkronen verfärben.

Keramikjacketkronen (Vollkeramikkronen)

Keramikjacketkronen (Vollkeramikkronen) - sind künstliche Kronen aus zahnfarbener Keramik für die Schneide,- und Eckzähne im Oberkiefer wegen der herausragenden Farb,- und Formbeständigkeit, höchste Gewebsverträglichkeit, gute mechanische Werte wie Druck,- und Abrasionsfestigkeit. Wegen dieser Eigenschaften können auch Prämolaren mit Jacketkronen versehen werden. Sie benötigen eine Mindestmaterialstärke von ca. 1mm, was eine hohe Substanzminderung des Zahnstumpfes bedeutet, so dass sie bei Zähnen mit großém Pulpenraum und auch für untere Frontzähne nicht geeignet sind. Keramikkronen besitzen keine Abscherfestigkeit, so dass sie bei Transversalschüben brechen können

Kiefer

Kiefer: sind zwei zum Gesichtsschädelskelett gehörende Knochen, die stammesgeschichtlich aus einem (oder zwei) Paar der vorderen Kiemenbögen hervorgegangen sind. Bei den Säugetieren bildet sich ein sekundäres K.gelenk aus. Die Elemente des primären K.gelenks übernehmen im Mittelohr als Gehörknöchelchen eine neue Funktion. Beim Menschen ist der paarige Oberkieferknochen (Oberkieferbein, Maxillare) fest mit dem Gesichtsschädel verwachsen und bestimmt durch seine Form, Größe und Stellung die Gesichtsform. Der charakteristisch gegliederte, gegenüber dem Schädel gelenkig bewegliche Unterkieferknochen (Unterkieferbein, Mandibula), besteht aus dem parabolisch geformten, einen Alveolarfortsatz als unteren Zahnbogen tragenden Unterkieferkörper, der ein Verwachsungsprodukt aus zwei ursprünglich getrennt voneinander angelegten Hälften ist. 

Kieferorthopädie (KFO)

Kieferorthopädie (KFO) - bezeichnet die Lehre von der Beschreibung und Behandlung der Abweichungen einer regelrechten Entwicklung des Kausystems. Hierbei werder neben den Zahnstellungsanomalien die fehlerhaften Kieferentwicklungen und Kieferrelationen ebenso behandelt wie die Entwicklungsstörungen in der Zahn- und Kieferanlage. Das Ausmaß einer Gebissfehlerentwicklung wird am statistischen Normalwert eines funktional und ästhetische optimalen Kausystems bestimmt, dessen Systemteile sich in einem Differenzierungsprozess zu einem funktionellen Gleichgewicht entwickelt haben. Die Aufgaben der Kieferorthopädie sind die Abweichungen vom normalen Entwicklungsgang rechtzeitig erkennen und analysieren; das Ausmaß einer Fehlentwicklung bewerten und geeignete Behandlungsmaßnahmen zur Korrektur der Anomalie einleiten; weitere Gebissanomalien verhindern,bzw.prophylaktisch wirksam werden, um Rückfälle nach erfolgreicher Behandlung zu verhindern, Verbesserung der Kau,- und Sprachfunktion, Verminderung von Paradontalschäden und Kariesanfälligkeit sowie eine bessere ästhetische Wirkung erreichen. Als Behandlungsziel gilt in der Regel, eine Dysgnathie in ein eugnathes Regelgebiss zu überführen, wozu fehlerhafte Einzelzahnstellungen, deformierter Zahnbögen oder Bisslagenfehler ausgeglichenwerden, ohne dass eine Schädigung des Gebisses eintritt.

Kaufläche

Kaufläche bezeichnet bei den Seitenzähnen die Funktionsfläche zum Antagonisten; sie umfasst alle Teile, die an der Okklusion mit dem Antagonisten beteiligt sind. Sie umfasst das gesamte okklusale Relief von den Höckerspitzen bis zur tiefsten Fissur und zu den Randleisten und weist folgende charakteristische Merkmale auf: Höcker, Höckergrate, Höckerkämme, Höckerabhänge, approximale Randleisten, Dreieckswülste, Zentral-, Haupt- und Nebenfissuren.

Knopfanker

Knopfanker bezeichnet 1. (Kugelanker; Rusch-Anker; Kugel- oder Tropfenklammer*); eine Klammer aus 0,6-0,7 mm starkem Draht, deren aktiver Klammerarm eine kugelförmige Verdickung (Knopf) besitzt, die im interdentalen Retentionsbereich geführt wird. Sie wird sowohl bei kieferorthopädischen Geräten, an kurzen Kronen mit geringem untersichgehendem Retentionsgebiet als auch bei partiellen Prothesen angewendet.
2. (Kugelanker*); ein konfektioniertes Verankerungselement in Form einer Kugel, die auf einer Wurzelkappe befestigt wird und deren federndes, zylinderförmiges Sekundärteil sich in einer Coverdenture-Prothese befindet.

Kobalt-Chrom-Legierung

Kobalt-Chrom-Legierungn sind korrosionsfeste, gewebsverträgliche Gusslegierungen für Modellguss- und Aufbrenntechnik mit einem Schmelzintervall von ca. 1350-1400oC; z. B: Vitallium, Durallium, Wironium, Wisil. Sie enthalten praktisch kein Nickel mehr. Zusammensetzung: Kobalt: 50-65%, Chrom: 20-30%, Molybdän: 4,5-8%, Mangan: 5%, Kohlenstoff: 0,4%, Titan: 5%; technische Eigenschaften: Härte HV 5/30: 330-450, Dehngrenze bis 760 N/mm2, Zugfestigkeit: bis 1130 N/mm2, Bruchdehnung: bis 10%, Elastizitätsmodul*: 220.000 N/mm2. Die CoCr-Legierungen für die Aufbrenntechnik weisen mechanische Werte der Modellgusslegierung auf: hart, spröde, gut gießbar, lötbar, korrosionsfest, aber nicht aushärtbar. Die Passivierung der Oberfläche mit einer dichten Chromoxidschicht erzeugt eine Korrosionsfestigkeit fast so hoch wie bei Edelmetallen. Co-Cr-Systeme enthalten Zusätze von Haftoxidbildnern, die in die Keramik diffundieren; sie bilden beim Gießen eine Schutzschlackeschicht, die beim Schmelzen nicht zerreißen darf, d. h., die Schmelze darf nicht spiegeln. Die große Härte und Festigkeit erschwert das Ausarbeiten und Polieren; Kaltverformen ist nicht gut möglich. Für Kaltverformung gibt es Co-Cr-Ni-Legierungen mit hoher Dehnbarkeit als Klammerdrähte z. B. Wiptam, die durch Kaltverformung eine hinreichende Härtesteigerung durch den Effekt der Kaltverfestigung bekommen.

Kombinierter Zahnersatz

Kombinierter Zahnersatz (Kombi-Prothese); bezeichnet die Versorgung eines Lückengebisses mit festsitzendem Zahnersatz (Kronen, Brücken, Stegverbindungen), die als Verankerung für den herausnehmbaren Zahnersatz (Modellgussprothese) dienen. 

Krone

Krone bezeichnet in der Anatomie den oberen Anteil eines Zahnes; man unterscheidet die klinische Krone (den sichtbaren, aus dem Zahnfleisch ragenden Anteil) und die anatomische Krone (den mit Schmelz bedeckten Anteil). Die anatomische Zahnform ist eine nach der Form-Funktions-Gesetzmäßigkeit entstandene optimale Zweckform, die auch das ästhetische Optimum darstellt.

Artikel vom 15. Sep. '05 Seite empfehlenSeite drucken
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