Geschiebe
Geschiebe sind teleskopierende Konstruktionsteile mit Parallel - oder Konuspassungen, die aus dem Primärteil, das ist eine Hohl- oder Negativform (Matrize), und dem Sekundärteil, das ist die Positivform (Patrize), bestehen. G. sind feinmechanische Halte- und Stützelemente, die intrakoronal und extrakoronal an Ersatzkronen (selten in Gussfüllungen) angebracht werden. Man unterscheidet bei den G. zwischen manuell gefertigten und konfektionierten Bauteilen. Wenn für eine verblendete Teleskopkrone der Zahnstumpf nicht hinreichend beschliffen werden kann, lassen sich manuell gefräste parallele Passflächen zur Aufnahme des Sekundärteils in oder an der Krone anbringen. Man unterscheidet drei Grundformen von manuell gefertigten Geschiebepassungen: Ring - oder Zylinderform (z.B. offene Teleskop-kronen), T-Form (T-Geschiebe) und Hufeisenform (RSS-Geschiebe).
Geschiebe nach Roach
Geschiebe nach Roach: ist ein bedingt aktivierbares, extrakoronal zu verarbeitendes Verbindungselement der Firma Degussa für Schaltprothesen und bilaterale Freiendprothesen; eine unilaterale Anwendung ist kontraindiziert. Es besteht aus einer geschlitzten Hülse und einem kugelförmigen Sekundärteil, wahlweise aus einer Gold-Platin-Legierung oder aus einer hochschmelzenden, angussfähigen Gold-Platin-Legierung. Es sind sowohl vertikale Absink - als auch Scharnierbewegungen nach distal möglich.
Geschiebe, gelenkige
Geschiebe, gelenkige: sind teleskopierende, parallelgeführte, meist konfektionierte
Konstruktionsteile, die mit einem Gelenk versehen sind und außer in der Einschubrichtung noch eine weitere Bewegungsmöglichkeiten besitzen. Diese Gelenke haben zwei Freiheitsgrade: einen begrenzten in der Einschubrichtung ( bei einem geschlossenen Geschiebe) und die Drehbewegung um die Scharnierachse. Gelenkige Verbindungen übertragen unkontrollierte Kräfte auf die Verankerungszähne; diese können in ihrem Zahnbett verdreht und gekippt werden, das marginale Parodontium des Verankerungszahnes wird gestaucht, gewalkt und es entstehen Unterdruckwirkungen. Der Kieferkamm wird ebenfalls überlastet, der Sattel lagert sich dreiecksförmig ein, so dass der Antagonistenkontakt verloren geht. Gelenkige Verbindungen gelten als unzeitgemäß. Beispiel: Geschiebegelenk- Ancorvis.
Geschiebe, geschlossene
Geschiebe, geschlossene: sind teleskopierende, parallelgeführte Konstruktionsteile, bei denen sich die Prothese nur bis zum Tiefenanschlag einsetzen lässt, Kaukräfte werden über Geschiebe und Krone parodontal übertragen. Diese Geschiebepassung bietet eine absolut starre Kopplung bzw. Verbindung der Prothese zum Restgebiss; die Verankerungszähne müssen die gesamte Kaulast übernehmen, was u.U. zur Überlastung führen kann.
Geschiebe, konfektionierte
Geschiebe, konfektionierte: sind prothetische Hilfsteile, die als Parallelpassungen in kleinsten Abmessungen angeboten werden. Beide Formteile (Primär- und Sekundärteil) haben Lötplatten, Retentionsteile oder sind angießbar für eine unlösbare Verbindung zwischen Krone einerseits und herausnehmbarem Prothesengerüst andererseits. Konfektionierte Geschiebeteile werden aus hochschmelzenden, mundbeständigen, aufbrennfähigen Legierungen mit Spezialwerkzeugen industriell hergestellt; die Passflächen werden gedreht, gefräst, gebohrt, gestanzt, gegossen oder gezogen. Konfektionierte G. sind Präzisionsteile, deren Passteile sehr hohe Genauigkeit mit definierten Toleranzen und Haftkräften aufweisen; sie unterscheiden sich in Form und Größe, sind innerhalb und außerhalb der Kronenwandung anwendbar, sind verriegelbar oder besitzen federnde Rückhaltungen. Verschleißteile von konfektionierten G.n sind auswechselbar, so kann die Lebensdauer sehr groß sein. Für nahezu alle prothetischen Fälle gibt es k. G., die sowohl starre, federnde als auch gelenkige Ver-bindungen ermöglichen. Man unterscheidet konfektionierte G. nach ihren Bewegungs-möglichkeiten: offene Geschiebepassungen ohne Tiefenanschlag, geschlossene
Geschiebepassungen mit Tiefenanschlag und Resilienzgeschiebe; daneben offene Geschiebe-passungen mit einem Gelenk, geschlossene Geschiebepassungen mit einem Gelenk und Geschiebepassungen mit einem Kugelfedergelenk.
Geschiebe, offene
Geschiebe, offene: sind teleskopierende, parallelgeführte Konstruktionsteile, die eine Bewegung des Prothesensattels parallel zur Einschubrichtung gegen die Schleimhaut ermöglichen; der Sattel kann sich einlagern, weil das Sekundärteil sich durch das Primärteil hindurchschieben lässt. Der Prothesensattel wird zwar axial geführt, Kaukräfte werden aber nicht parodontal übertragen, sondern lasten auf der Schleimhaut; gegen horizontale Kippungen und Verdrehungen ist der Sattel gesichert. Sowohl der Kieferkammbereich als auch das marginale Parodontium werden geschädigt; Antagonisten haben keine definierte Abstützung.
Geschiebe, verschraubte
Geschiebe, verschraubte: sind extrakoronale, verschraubbare Verankerungselemente für verschraubbare Konstruktionen, z.B. bei bedingt abnehmbaren Brücken.
Galvanotechnik
Galvanotechnik ist die Sammelbezeichnung für verschiedene Verfahren der elekrtolytischen oder elektrochemischen Oberflächenbehandlung von Metallen (Galvanostegie) und der Herstellung metallischer Kopien eines Gegenstandes (Galvanoplastik)en.en)
Goldgussfüllung
Goldgussfüllung (Gussfüllung, Inlay), sind Füllungen aus Gold, die direkt in den Mund oder aufeinem Arbeitsmodell modelliert und dann gegopssen werden.
Gaumen
Der Gaumen (Munddach, Palatum); ist die obere Begrenzung der Mundhöhle, die an der Basis des Hirnschädels gestützt wird. Durch die Fortsätze des Zwischen- und Oberkiefers und des Gaumenbeins bildet sich ein G. aus, der nach oben die Nasenhöhle abteilt, die über den Rachen in Verbindung bleibt. Man unterscheidet den vorderen harten G. (knöcherner G., Palatum durum) und einen hinten anschließenden weichen G. (Palatum molle, Gaumensegel). Als Widerlager für die Zunge ist der G. am Schluckakt beteiligt und weist Querleisten (Gaumenfalten*) zum Zerreiben der Nahrung auf.
Gnathologie
Gnathologie (gr.; gnathos = Kiefer); ist die Wissenschaft der funktionellen Beziehungen des stomatognathen Systems und ihre Beachtung in der zahnmedizinischen Therapie und erfasst die Funktionen der Parodontien, Kiefergelenke, Muskulatur,
Okklusion und die Funktionsdiagnostik.
Gusslegierungen
Gusslegierungen (Gussmetalle); sind metallische Werkstoffe, die speziell für die zahntechnischen Gussverfahren konzipiert worden sind. Sie müssen bestimmte Eigenschaften aufweisen: gutes Formfüllungsvermögen, geringe Erstarrungskontraktion und geringe Warmrissempfindlichkeit.
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